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Teilleistungen



Teilleistungen - SinneswahrnehmungenDifferenzierte Sinneswahrnehmungen und Intelligenz haben miteinander absolut nichts zu tun!

Um aber den komplexen Vorgang des Schreibens, Lesens und Rechnens zu bewerkstelligen, sind viele unterschiedliche Leistungen unserer Sinne notwendig. Nur ein einwandfreies Funktionieren des Zusammenspiels der Sinneswahrnehmungen gewährleistet ein fehlerfreies Funktionieren dieser Tätigkeiten. Eine intakte Wahrnehmung ist also Voraussetzung für das Erlernen des Schreibens, Lesens und Rechnens.

Die Angaben in den Untersuchungen zur Häufigkeit von Teilleistungsschwächen schwanken. Errechnet man einen Durchschnittswert dieser Häufigkeitsangaben, so kommt man auf eine Zahl von etwa 20%. Das bedeutet, dass etwa 20% aller Kinder Teilleistungsschwächen haben. (Dr. Brigitte Sindelar)

Welche Sinneswahrnehmungen können betroffen sein?

  • Visuelle Wahrnehmung: Fähigkeit, einzelne Elemente herauszufiltern, Gesehenes zu gliedern; einzelne Buchstaben erkennen können; Unterschiede bei Gesehenem wahrnehmen; ähnlich aussehende Buchstaben voneinander unterscheiden können; sich Gesehenes merken und richtig wieder erkennen bzw. reproduzieren können.
  • Auditive Wahrnehmung: Fähigkeit; einzelne Elemente herauszufiltern, also Gehörtes zu gliedern; aufmerksam zuhören können und sich nicht ablenken lassen; Laute, die in einem Wort zu hören sind, isolieren können; Unterschiede bei Gehörtem wahrnehmen; ähnlich klingende Laute voneinander unterscheiden können und sie nicht miteinander zu verwechseln; sich Gehörtes merken und wiederholen können.
  • Raumlage: Fähigkeit, sich räumlich orientieren zu können; das Erkennen der Positionen eines Objektes oder des eigenen Körpers im Raum; räumliche und zeitliche Distanzen abschätzen können; Richtungen unterscheiden können; Vorstellungsvermögen von Zahleneinheiten und Stellenwerten; Beim Unterscheiden von bestimmten Buchstaben (b - d - p - q) und Zahlen (6 – 9) spielt die Raum-Lage-Wahrnehmung eine große Rolle. Erkennen, wo man im Heft zu schreiben beginnt und wie viele Wörter in die Zeile hineinpassen.
  • Körperschema und Handgeschick: Das Vermögen, sich am eigenen Körper orientieren zu können und seine Motorik entsprechend einzusetzen; Verarbeitung von Tast- und Bewegungseindrücken.
  • Serialität: Richtiges Wahrnehmen und Wiedergeben von Reihenfolgen. Unser Leben unterliegt einem zeitlichen Ablauf, Einzelerlebnisse finden in einer Reihenfolge statt. Nur, wer diese Reihenfolge richtig wahrnehmen und behalten kann, ist in der Lage, vorauszuplanen und Handlungen zu koordinieren. Grundlage für das Rechtschreiben, das Lesen und das Rechnen (z.B. Um ein Wort richtig aufzuschreiben, ist es notwendig, die Buchstaben in der richtigen Reihenfolge zu erkennen und wiederzugeben, also sie nicht zu vertauschen und auch keinen Buchstaben auszulassen.)
  • Intermodalität: Kooperation der einzelnen Sinnessysteme; Fähigkeit, Wahrnehmungsinhalte aus verschiedenen Sinnesgebieten miteinander zu verbinden.

Ein kleines Beispiel

Die Leistungen eines Kindes, wenn es ein Diktat schreibt:

Das Kind muss aus der Fülle der Reize die Stimme des Lehrers herausfiltern und nur ihm zuhören. Es muss den Satz , den der Lehrer gesprochen hat, erfassen. Der Satz muss in Worte zerlegt werden, die Worte in einzelne Laute. Dann erfolgt das Zuordnen der Symbole zu den Lauten. Die Buchstaben müssen in der richtigen Reihenfolge geschrieben werden. Dazu kommen die motorischen Bewegungen der Hand, um Buchstaben auf das Papier zu bringen. Alle Teilleistungen sind an diesem Vorgang beteiligt.
Klappt nur eine Teilleistung nicht, wird das Kind kein fehlerfreies Diktat schreiben können.


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